Landeskunde Baden-Württemberg

 

Personen des kulturellen Lebens

Ob Kunst, Theater oder Literatur - auch im kulturellen Bereich gibt es Menschen, die sich besonders für Baden-Württemberg einsetzen. Hier seien stellvertretend einige genannt.

Roland Emmerich

Roland Emmerich, geboren am 10. November 1955 in Stuttgart-Obertürkheim, ist ein erfolgreicher Hollywood Regisseur und Drehbuchautor. Er wuchs in Sindelfinden auf und besuchte dort das Gymnasium.

Beruflicher Werdegang

Emmerich studierte ab 1977 an der Hochschule für Fernsehen und Film in München Szenenbild. Inspiriert vom Science-Fiction-Klassiker Star Wars entschied er sich ins Regiefach zu wechseln. Sein Abschlussfilm Das Arche Noah Prinzip wurde 1984 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt. Nach seinem letzten in Baden-Württemberg gedrehten Film Moon 44 begann für Roland Emmerich eine erfolgreiche Karriere in Hollywood. 1992 drehte er Universal Soldiers mit Dolph Lundgren und Jean-Claude Van Damme in den Hauptrollen. Nach Stargate (1994) drehte Emmerich 1996 den Blockbuster Independence Day, der seinen Ruhm in Hollywood endgültig besiegelte. Independence Day gewann den Oscar für die Besten Spezialeffekte und zählt zu den erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Roland Emmerich lebt in Los Angeles, London und Berlin. 2007 unterstützte er die Demokratin Hilary Clinton bei der Wahl zur Spitzenkandidatin für die Präsidentschaftswahl. Emmerich setzt sich für die Gleichberechtigung von Frauen in Entwicklungsländern ein.  

Werke

Roland Emmerichs Filme bestechen durch außergewöhnliche Spezialeffekte und bildgewaltige Szenerien. Vermehrt drehte Emmerich Katastrophenfilme in denen ganze Staaten oder Teile der Welt verheert werden. In Independence Day greifen Außerirdische die großen Metropolen der Menschheit an. In Emmerichs Version von Godzilla zerstört das gleichnamige Monster weite Teile New Yorks. Die Filme 2012 und The Day After Tomorrow erzählen von geologischen bzw. klimatischen Katastrophen. Gelegentlich wurden seine Werke als zu patriotisch kritisiert. Die teilweise enormen Produktionsbudgets seiner Filme amortisieren sich häufig nach wenigen Tagen durch die Einnahmen an den Kinokassen. Die Produktion des Films 2012 kostete Schätzungen zufolge 200 Mio. US-Dollar und spielte weltweit innerhalb von 100 Tagen 760 Mio. US-Dollar ein.

Auf Grund seines langjähigen Erfolges in Hollywood erhielt Roland Emmerich 2009 einen Ehren-Bambi.

Filme

  •   1984: Das Arche Noah Prinzip
  •   1985: Joey
  •   1987: Hollywood-Monster
  •   1990: Moon 44
  •   1992: Universal Soldier
  •   1994: Stargate
  •   1996: Independence Day
  •   1998: Godzilla
  •   2000: Der Patriot (The Patriot)
  •   2004: The Day After Tomorrow
  •   2008: 10.000 B.C.
  •   2009: 2012
  •   2011: Anonymus (Anonymous)
  •   2013: White House Down

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Andreas Eschbach

Geboren wurde Andreas Eschbach am 15. September 1959 in Ulm. Er ist verheiratet und hat einen Sohn.

Beruflicher Werdegang

Andreas Eschbach schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte nach dem Abitur Luft- und Raumfahrttechnik in Stuttgart. Noch vor dem Abschluss wechselte er in die EDV-Branche und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Zwischen 1993 und 1996 war er Geschäftsführer einer EDV-Beratungsfirma. 1994 bekam er ein Stipendium der Arno-Schmidt-Stiftung „für schriftstellerisch hochbegabten Nachwuchs“. Ein Jahr später erschien sein erster Roman "Die Haarteppichknüpfer". Seit September 2003 lebt er mit seiner Frau in der Bretagne in Frankreich.

Werke

Romane:

  • Die Haarteppichknüpfer (1995)
  • Solarstation (1996)
  • Das Jesus Video (1998)
  • Kelwitts Stern (1999)
  • Quest (2001)
  • Eine Billion Dollar (2001)
  • Der Letzte seiner Art (2003)
  • Der Nobelpreis (2005)
  • Ausgebrannt (2007)
  • Ein König für Deutschland (2009)

Jugendromane:

  • Das Marsprojekt (2001)
  • Die zweite Schöpfung (2002)
  • Die seltene Gabe (2004)
  • Das Marsprojekt, Das ferne Leuchten (2005)
  • Das Marsprojekt, Die blauen Türme (2005)
  • Das Marsprojekt, Die gläsernen Höhlen (2006)
  • Das Marsprojekt, Die steinernen Schatten (2007)
  • Das Marsprojekt, Die schlafenden Hüter (2008)

Kurzgeschichten:

  • Welt des Unheils  (1975)
  • Dolls  (1991)
  • Der Mann aus der Zukunft  (1995)
  • Überraschungsgäste (1996),
  • Die Wunder des Universums (1997),
  •  Druupies (1999),
  • Ein lausiger Historiker (2001)
  • Humanic Park (1999)
  • Halloween (2000)
  • Eine unberührte Welt (2002)
  • Unerlaubte Werbung (2002)
  • Der Drache im Hindukusch (2002)
  • Quantenmüll (2004)
  • Gibt es ein Leben auf dem Mars? (2009)
  • Die Liebe der Jeng (2010)

Sonstige:

  • Der Gesang der Stille. Perry Rhodan Heft 1998 (Nr.1935), Die Rückkehr. Perry Rhodan Heft 2005 (Nr. 2295), Exponentialdrift. Fortsetzungsroman 2003, Das Buch von der Zukunft. Sachbuch 2004, Eine Trillion Euro. Kurzgeschichte in der gleichnamigen von Andreas Eschbach zusammengestellten Anthologie 2004

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Die Fantastischen Vier

Musikalischer Werdegang

Die Hip-Hop-Formation „Die Fantastischen Vier“ besteht aus den beiden Rappern Thomas D (Thomas Dürr) und Smudo (Michael Bernd Schmidt), dem Rapper, DJ und Schlagzeuger Michi Beck (Michael Beck) und dem Produzenten und Keyboarder And. Ypsilon (Andreas Rieke). Sie entstand endgültig im Juli 1989. Damals hatten sie ihren ersten Auftritt auf einer selbstgezimmerten Bühne in einem ehemaligen Kindergarten in Stuttgart-Wangen.

Ihr Debütalbum „Einheiten“ wurde 18.000 mal verkauft, die Band tourte durch die Hip-Hop-Clubs der Nation. Der Durchbruch gelang ihnen 1992 mit dem Lied „Die da!?!“. In dem dazugehörigen Video ahmten sie zuckend die Bewegungen ihrer amerikanischen Hip-Hop-Vorbilder nach. Plötzlich wurden die Massenmedien auf sie aufmerksam, es gab einen regelrechten Hype um die Band. Aus der Underground-Szene wurde Kritik laut, die Band sei zu kommerziell und verrate die Ideale des Hip-Hop.

In der Folgezeit wollten die Fantastischen Vier weg vom Image der Spaßband und warteten auf dem Album „Die Vierte Dimension“ mit nachdenklichen und sperrigen Texten. Dennoch erzielten sie weiterhin Erfolge, so z. B. mit „Sie ist weg“ vom Album „Lauschgift“, „Krieger“ und „Populär“.

1996 gründeten sie ihr eigenes Label „Four Music“, aus dem unter anderem die Band „Freundeskreis“ hervorging. Im Jahr 2000 wurden sie vom Musiksender MTV mit einer „Unplugged-Session“ geehrt – die Band spielte ihre Songs mit Motorsäge, Schilfrasseln und Percussions. Alle vier Künstler unterhielten nebenher Soloprojekte, so z. B. Thomas D („Solo“, „Rückenwind“) und Smudo, Michi Beck und And.Y mit der Gruppe „Turntablerockers“.

Comeback

Ende September 2004 feierten die Fantastischen Vier ihr Comeback mit dem Lied „Troy“ vom Album „Viel“, ihre „Viel-Unterwegs-Tour“ war ihre bis dahin erfolgreichste. 2010 folgte dann das Album „Für dich immer noch Fanta Sie“ und die Single „Danke“.

Auszeichnungen

1992  Echo Nachwuchspreis
1996  Echo in der Sparte Videoclip national für Sie ist weg
1996  Comet in der Kategorie Live Act
1999  Comet in der Kategorie Video National (MFG)
2000  Echo in der Sparte Rock/Pop als Gruppe National/International
2004  Comet in der Kategorie Video National
2005  Echo in der Sparte Hip Hop / R&B als Gruppe National                       
2007  1LIVE Krone Bestes Album (Fornika)                                                       
2008  Echo in der Sparte Rock/Pop als Beste Gruppe National
2009  Paul-Lincke-Ring
2009  1LIVE Krone Lebenswerk
2010  Goldene Kamera in der Kategorie Beste Musik National

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Gaby Hauptmann

Geboren wurde Gaby Hauptmann 1957 in Trossingen und lebt seit vielen Jahren mit ihrer Tochter in Allensbach am Bodensee.

Beruflicher Werdegang

Sie volontierte beim Südkurier in Konstanz, wurde Reiseredakteurin und machte sich bald mit einem eigenen Pressebüro in Lindau selbständig. 1987 wurde Hauptmann Chefredakteurin von „seefunk radio bodensee“ und wechselte anschließend zum SWF 1 in Tübingen, kurz darauf zum SWF 3 in Baden-Baden.
Parallel arbeitete sie als Autorin beim Fernsehen, später auch als Produzentin und Regisseurin z. B. für den Hessischen Rundfunk und den Südwestfunk. Besondere Anerkennung erhielt sie für einen Film „Karl Hauptmann und die Kunst zu leben“ über ihren Großvater, einen bekannten Feldbergmaler.

Gaby Hauptmann galt Ende der 1990er Jahre als typische Vertreterin der frechen, leichten Frauenromane, zusammen mit den damals ebenfalls erfolgreichen Autorinnen Hera Lind und Eva Heller. Ihr Erfolg war jedoch dauerhaft und hält bis heute an. Bis zum Dezember 2003 moderierte sie zwei Jahre lang gemeinsam mit Lea Rosh die Literatursendung „Willkommen im Club“, bei der jeweils vier Autoren eingeladen wurden.

Werke

Romane:

  • Suche impotenten Mann fürs Leben (1995)
  • Nur ein toter Mann ist ein guter Mann (1996)
  • Die Lüge im Bett (1997)
  • Eine Handvoll Männlichkeit (1998)
  • Die Meute der Erben (1999)
  • Ein Liebhaber zuviel ist noch zuwenig (2000)
  • Frauenhand auf Männerpo (2000)
  • Mehr davon (2001)
  • 5-Sterne-Kerle inklusive (2002)
  • Hengstparade (2004)
  • Yachtfieber (2005)
  • Ran an den Mann (2006)
  • Nicht schon wieder al dente (2007)
  • Das Glück mit den Männern (2009)
  • Rückflug zu verschenken (2009)
  • Ticket ins Paradies (2010)

Jugendbücher:

  • Alexa- die Amazone (1994)
  • Kaya bleibt cool (2005)
  • Kaya will nach vorn (2005)
  • Kaya schießt quer (2005)
  • Kaya ist happy (2005)
  • Kaya will mehr (2006)
  • Kaya hat Geburtstag (2007)
  • Kaya gibt alles (2008)
  • Kaya schwört Rache (2009)
  • Kaya rettet Fohlen (2010)

Kinderbücher:

  • Rocky, der Racker (2003)

Viele ihrer Bücher wurden verfilmt – am bekanntesten ist wohl die Kinoverfilmung von „Suche impotenten Mann fürs Leben“ 2003.                      Ihre Bücher sind in über 35 Ländern als Übersetzungen erschienen und die Auflage beträgt allein in Deutschland über 6 Millionen.

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Max Herre

Max Herre ist 1973 in Stuttgart geboren und aufgewachsen. Er ist Vater von zwei Söhnen und geschieden.

Musikalischer Werdegang

Seine ersten Erfahrungen mit Hip-Hop machte er bereits in der Schule. Inspiriert von der deutschen Hip-Hop Gruppe „Advanced Chemistry“ gründete er mit 15 Jahren seine erste Band „Seedless Jam“. Es folgte der Zusammenschluss verschiedener Künstler zur „Kolchose“. 1993 bildete er zusammen mit dem Instrumentalmusik-Produzenten Philippe Kayser und dem Stuttgarter Produzenten DJ Friction die Band „Maximilian und sein Freundeskreis“ und unterschrieb einen Vertrag bei dem Label „Four Music“ der Band „Die Fantastischen Vier“. Später kam der Rapper Sékou dazu.

Mit dem Liebeslied „A-N-N-A“ gelang der Gruppe „Freundeskreis“ der Durchbruch, das Debütalbum „Die Quadratur des Kreises“ verkaufte sich 170.000 mal. 1999 folgte das zweite Album „Esperanto“, das sich 300.000 mal verkaufte. Nach 2000 legte die Gruppe eine Pause ein, 2007 trat sie gelegentlich wieder auf.
Neben der Band Freundeskreis gründete Max Herre die Gruppe „K-Allstars“, einen Zusammenschluss von mehr als 15 Künstlern wie Gentleman, Afrob, Sékou, Joy Denalane usw.

Die Medien zeigten sich äußerst interessiert an dem Stuttgarter Künstler, die Jugendzeitschrift Bravo nannte ihn den „Jesus von Benztown“. Die zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit veranlasste ihn schließlich dazu, sich zunächst zurückzuziehen. Er kümmerte sich um seine Familie und produzierte das Debütalbum seiner Frau Joy Denalane, „Mamani“, sowie ihr zweites Album „Born & Raised“.

Solo-Karriere

2004 veröffentlichte Max Herre sein erstes Solo-Album, auf dem er verschiedene Genres wie Soul, Reggae und Rock miteinander verbindet.
2006 gründete er gemeinsam mit Joy Denalane, Götz Gottschalk und Sophie Raml das Label „Nesola“ (esperanto für „nicht allein“).

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Rüdiger Safranski

Rüdiger Safranski wurde am 1. Januar 1945 in Rottweil geboren. Er ist seit 2005 mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Gisela Nicklaus verheiratet.

Beruflicher Werdegang

Safranski studierte ab 1965 Philosophie, Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und Berlin. Er studierte unter anderem bei Theodor Adorno. Zwischen 1972 und 1977 arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Germanistik an der Universität Berlin. 1976 wurde er mit der Arbeit Studien zur Entwicklung der Arbeiterliteratur in der Bundesrepublik im Fachbereich Germanistik promoviert.

Anschließend war er als Mitherausgeber und Redakteur der Berliner Hefte tätig. Zwischen 1977 und 1982 arbeitete Rüdiger Safranski als Dozent in der Erwachsenenbildung und ließ sich 1987 als freier Schriftsteller in Berlin nieder.
Von 2002 bis 2012 moderierte er mit Peter Sloterdijk das Philosophische Quartett des ZDF. Seither nimmt er regelmäßig an der Sendung Literaturclub des Schweizer Fernsehens teil. Seit 2012 lehrt er außerdem als Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin.

Werke

  • E.T.A. Hoffmann. Das Leben eines skeptischen Phantasten (1984)
  • Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie. Eine Biographie. (1988)
  • Wieviel Wahrheit braucht der Mensch? Über das Denkbare und das Lebbare (1990)
  • Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit (1994)
  • Das Böse oder Das Drama der Freiheit (1997)
  • Friedrich Nietzsche. Biographie seines Denkens (2000)
  • Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch? (2003)
  • Friedrich Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus (2004)
  • Schiller als Philosoph - Eine Anthologie (2005)
  • Romantik. Eine deutsche Affäre (2007)
  • Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft (2009)
  • Goethe. Kunstwerk des Lebens (2013)

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Harald Schmidt

Harald Schmidt wurde 1957 in Neu-Ulm geboren und wuchs in Nürtingen auf. Er lebt mit seiner Lebensgefährtin und seinen fünf Kindern in Köln. 

Beruflicher Werdegang

Nachdem er sein Abitur gerade so bestanden hatte, leistete er seinen Zivildienst in einem katholischen Pfarrbüro und studierte anschließend Schauspiel an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Er spielte unter anderem an den Städtischen Bühnen in Augsburg und am „Düsseldorfer Kom(m)ödchen“. Auch später kehrte er gelegentlich zum Theater zurück, so z. B. 2002 mit seiner Rolle als Diener Lucky in „Warten auf Godot“ an das Bochumer Schauspielhaus. Früher engagierte er sich als Pfadfinder und spielte Orgel in seiner katholischen Gemeinde.

Fernsehkarriere

1988 war er beim Sender Freies Berlin mit der Sendung „MAZ ab!“ zu sehen, es folgten 1990 die Sendung „Pssst…“ und „Schmidteinander“, zusammen mit Herbert Feuerstein. Zunächst im WDR gesendet, erschienen beide Sendungen ab 1994 bzw. 1995 in der ARD.
Von 1992 bis 1995 moderierte er die Show „Verstehen Sie Spaß?“, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Immer wieder spielte er mit der Erwaltungshaltung der Zuschauer, indem er einmal beispielsweise eine Minute lang ein Metronom laufen ließ und stellte sich selbst in den Mittelpunkt der Sendung. Dies gefiel dem Samstagabend-Publikum nicht, sodass seine letzte „Verstehen Sie Spaß“- Sendung nur noch eine Quote von 4,82 Prozent erzielte.

1995 bis 2003 moderierte er die „Harald Schmidt Show“, für die er wegen seines Zynismus schnell den Spitznamen „Dirty Harry“ erhielt. Viele Opfer seiner Späße reichten Klage ein. Es gab jedoch viele Anhänger der Sendung und sein Humor wurde von so manchem Feulletonisten geschätzt. Er galt als kluger und pointierter Komiker, Alice Schwarzer bezeichnete ihn als „gnadenlosen Aufklärer und Moralist“.

Nachdem der Geschäftsführer der ProSiebenSat.1 Media AG, Martin Hoffmann, entlassen wurde, verlängerte Harald Schmidt seinen Vertrag nicht und legte eine Pause ein. Er ging auf Weltreise und ging auf eine Kabarett- Tour mit seinem Sendungs-Kollegen Manuel Andrack.
Unter großer medialer Aufmerksamkeit startete Harald Schmidt im Dezember 2004 seine neue Late-Night-Show in der ARD. Doch 2007 entwickelte er mit dem Comedian Oliver Pocher die Sendung „Schmidt & Pocher“, die vor allem seitens früherer Anhänger stark kritisiert wurde. Seit 2009 hatte er nun wieder eine eigene Sendung mit dem Schwerpunkt auf politischem Kabarett, die viel Zustimmung erhält.

Schmidt gab im September 2010 seine Rückkehr zu Sat.1 bekannt.

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Hans Tränkle

Geboren wurde Hans Tränkle 1943 in Heidenheim.

Beruflicher Werdegang

Nach dem juristischen Studium wurde Tränkle württembergischer Notariatsassessor.  Anschließend trat er ein Gaststudium der empirischen Kulturwissenschaft an der Universität Tübingen an.

Ab 1971 war Tränkle Verwaltungsdirektor am LTT Landestheater Tübingen, ab 1979 in einer Co-Intendanz. 1987 wurde er Projektleiter der Theaterakademie Stuttgart und 1991 wurde er Geschäftsführender Direktor und stellvertretender Generalintendant der Württembergischen Staatstheater Stuttgart.

Ein Jahr später wurde Tränkle Kommissarischer Generalintendant der Staatstheater Stuttgart, wo er neue Modelle für Leitungsstruktur und Betriebsform entwickelte. Seit 1994 ist Hans Tränkle außerdem Geschäftsführender Intendant/Direktor der Württembergischen Staatstheater Stuttgart. Im Juli 2009 trat er in den Ruhestand.

Bedeutung für Baden-Württemberg

Als Intendant der Württembergischen Staatstheater Stuttgart war Hans Tränkle Geschäftsführer und künstlerischer Leiter. 1995 wandelte er den bisherigen Regiebetrieb Württembergische Staatstheater in einen Landesbetrieb um.
Hans Tränkle hat außerdem Lehraufträge in der Theaterökonomie, im Theaterrecht, im Theatermanagement an mehreren Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen im Land.

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Achim Thorwald

Achim Thorwald wurde 1943 als Sohn eines Staatskapellmeisters geboren.

Beruflicher Werdegang

Schon mit acht Jahren schnupperte Thorwald Bühnenluft, bereits mit neun Jahren sammelte er die ersten Erfahrungen mit Funk und Fernsehen. Er studierte nach dem Abitur Schauspiel, Musik-, Kunst-, Literatur- und Theatergeschichte in Salzburg.

Als Schauspieler arbeitete er zunächst in Hamburg am Ernst-Deutsch-Theater. Nachdem er erneut beim Fernsehen gearbeitet hat, ging Thorwald an die Städtischen Bühnen Nürnberg. Hier stieg er erstmals auch ins Regiefach ein.
In Freiburg arbeitete er als Schauspieler, Schauspieldramaturg und Opernspielleiter. Zwischen 1976 und 1985 war Achim Thorwald Intendant der Württembergischen Landesbühne Esslingen und anschließend des Staatstheaters Würzburg.

Weitere Station ist die Städtische Bühne Münster, bei der er als Generalintendant ab 1989 angestellt war. 1996 wurde Thorwald zum Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden ernannt und ist seit 2002 am Badischen Staatstheater in Karlsruhe als Generalintendant, Operndirektor und Regisseur des Musiktheaters beschäftigt.

Bedeutung für Baden-Württemberg

Als Intendant ist Achim Thorwald Geschäftsführer und künstlerischer Leiter eines der beiden Staatstheater in Baden-Württemberg. Gleichzeitig ist er selbst künstlerisch aktiv. Er war unter anderem an der Inszenierung folgender Stücke in Karlsruhe beteiligt: Carmen, der fliegende Holländer, der Freischütz, die Entführung aus dem Serial, Hänsel und Gretel, Hexenjagd und Lotario. 
Achim Thorwald hat außerdem einen Lehrauftrag an der Universität Karlsruhe.

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Martin Walser

Martin Walser wurde am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren. Er ist verheiratet und Vater von vier Töchtern.

Beruflicher Werdegang

Während seiner Oberschulzeit in Landau wurde Martin Walser 1943 als Soldat in den Zweiten Weltkrieg eingezogen. Als er schließlich mit vier Kameraden desertierte, geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

1946 holte er das Abitur nach, um anschließend in Regensburg und Tübingen Literatur, Geschichte und Philosophie zu studieren. Promoviert wurde er in Tübingen mit einer Arbeit über Franz Kafka.

Schon während seinem Studium begann er für den Süddeutschen Rundfunk zu arbeiten, was ihm zahlreiche Reisen ins Ausland ermöglichte. Beim SDR verfasste er erste Hörspiele und bildete zusammen mit Helmut Jedele den Kern der sogenannten Genietruppe. Schon 1955 wurde M. Walser erstmals ausgezeichnet: seine Erzählung „Templones Ende“ wurde von der „Gruppe 47“ prämiert, zwei Jahre später erhielt er für seinen Bestseller-Roman „Ehen in Philippsburg“, den Hermann-Hesse-Preis.

In den 1970er Jahren wurde es nach dem Abschluss seiner Anselm Kristlein Trilogie etwas ruhiger um ihn, 1978 gelang ihm dann aber ein großartiges Comeback mit der Novelle „Ein fliehendes Pferd“, das 2007 unter der Regie von Rainer Kaufmann für das Kino verfilmt wurde. Für seinen autobiographischen Roman „Ein springender Brunnen“ erhielt Walser außerdem im Jahr 1998 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Als er sich bei seiner Dankesrede gegen die Dauerpräsentation und Instrumentalisierung der Schande der Deutschen in Bezug auf den Nationalsozialismus aussprach, provozierte er vielfach Diskussionen und Kontroversen um seine Person.

Martin Walser löste jedoch nicht nur mit seinen Reden Kontroversen aus, sondern auch mit seinen Romanen, wie auch zuletzt mit „Tod eines Kritikers“ im Sommer 2002. Er thematisiert in seinen Romanen immer wieder das mittelständische teils spießbürgerliche Leben und lässt seine Protagonisten immer wieder aneinander vorbei leben und scheitern, so auch in seinem 1993 erschienen Roman „Ohne einander“. In diesen beiden Werken reagierte M. Walser auch auf die Dauerkritik Marcel Reich-Ranickis, in letzterem Werk zieht er gar mit ihm ins Gericht, was an einen langen Zwist anknüpft.

Martin Walser lebt heute als freier Schriftsteller mit seiner Frau in Nußdorf am Bodensee.

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