Landeskunde Baden-Württemberg

 

Personen aus der Wirtschaft

Ob Automobil, Stofftier oder Schokolade - die Menschen im Südweststaat waren schon immer besonders erfindungsreich...

Carl Benz (1844-1929)

Heute ist der "Benz" ein weltweit anerkanntes Statussymbol. Der Automobilkonzern Mercedes-Benz, der 1926 aus dem Zusammenschluss der Benz und Cie. AG mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft entstand, hat Produktionsstätten in vielen Ländern der Welt und in zahlreichen deutschen Städten. Dass die Idee eines Mannes sich zu einem solchen Projekt entwickeln sollte, war in einem Jahrhundert, in dem es noch keine Automobile gab, kaum denkbar.

Carl Friedrich Benz kam am 25. November 1844 in Mühlburg bei Karlsruhe zur Welt. Sein Vater starb früh an Lungenkrebs, der eine Folge seiner Arbeit als Lokführer war. Benz’ Mutter wünschte sich darum eine Beamtenlaufbahn fernab der Lokomotivtechnik für ihren Sohn und schickte ihn auf das Karlsruher Lyzeum. Dennoch führte sein technisches Interesse Carl Benz 1860 schließlich auf das Polytechnikum und anschließend zur Arbeit in verschiedenen Maschinenfabriken. 1871 machte sich Benz selbstständig.

Die Entstehung des Automobils

1872  gründete Carl Benz mit August Ritter seine erste eigene Werkstätte in Mannheim. August Ritter schied jedoch bald darauf aus dem gemeinsamen Unternehmen aus und Benz führte es alleine fort. Zunächst stellte er dort Maschinen für die Blechbearbeitung her, 1879 gelang ihm dann der erste Durchbruch mit der Entwicklung eines Zweitaktmotors. Einige Jahre später stieg Benz auf die Weiterentwicklung des von Nicolaus August Otto erfundenen Viertaktmotors um. Dabei verfolgte er die Idee, aus Motor und Fahrgestell eine Einheit zu bilden. 1886 schließlich konnte Benz sein Automobil mit Gasmotor als Patent anmelden. Die anfängliche Skepsis, die Carl Benz bis zu diesem Zeitpunkt in der Öffentlichkeit entgegengebracht wurde, verwandelte sich langsam in Anerkennung. Fortan war ihm der Weg des Erfolges geebnet.

1899 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft (Benz und Cie. AG) umgewandelt. 1903 zog sich Carl Benz aufgrund von Unstimmigkeiten im Betrieb aus der aktiven Arbeit in der AG zurück und gründete mit seinen Söhnen die Firma Benz Söhne in Ladenburg.

1926 schloss sich die Benz und Cie. AG mit der Daimler-Motoren-Gesellschaft zur Daimler Benz AG zusammen.

Am 4. April 1929 starb Carl Friedrich Benz in Ladenburg.

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Robert Bosch (1861-1942)

Anders als viele seiner großindustriellen Standesgenossen tat sich Robert Bosch nicht nur durch wirtschaftliche Erfolge und hochwertige Produkte, sondern auch durch ein ausgeprägtes soziales Interesse, überzeugtes Engagement für Gerechtigkeit und große Wertschätzung aufrecht vertretener Meinungen hervor.

Er engagierte sich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus – und mahnte schon zur Zeit der Weimarer Republik: „Wir Deutschen haben uns um Politik früher nicht gekümmert; so sind wir in den Krieg geraten und arm geworden. Lernen wir uns bescheiden und uns regieren. Lernen wir uns umstellen und die verbitternden Klassengegensätze beseitigen. Fange jeder einmal bei sich an. Kein Messias wird helfen, wenn wir uns nicht selbst helfen.“

Einer liberalen und weltoffenen großbäuerlichen Familie entstammend, wurde Robert Bosch am 23. September 1861 in Albeck bei Ulm geboren. Nach einer Feinmechanikerlehre arbeitete er sieben Jahre lang in einigen der führenden Feinmechanik- und Elektrowerkstätten Deutschlands, Großbritanniens und der USA. Im Alter von 25 Jahren eröffnete er dann seine eigene »Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik« in Stuttgart. Eine Reihe technischer Innovationen brachte dem Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg und wurde Grundlage einer raschen weltweiten Expansion.

Wirtschaftliche und soziale Leistungen

Die Gewinne, die Bosch durch Rüstungsaufträge während des Ersten Weltkrieges erwirtschaftete, stellte er zu einem beträchtlichen Teil für soziale, technische und bildungspolitische Stiftungen zur Verfügung. Als Unternehmenspatriarch forderte er nicht nur Leistung – er zahlte auch hohe Löhne und führte als einer der ersten Unternehmer in Deutschland den Achtstundentag ein. Insbesondere ab 1920 folgte auch die Einrichtung vielfältiger Sozialleistungen und Wohltätigkeitseinrichtungen für seine Mitarbeiter.

Zur Zeit der Weimarer Republik setzte sich Bosch – einen dauerhaften europäischen Frieden und die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraumes vor Augen – für den internationalen Ausgleich ein: Er war leidenschaftlicher Unterstützer der Paneuropa-Bewegung, arbeitete in der »Deutschen Liga für den Völkerbund« und trat mit besonderem Nachdruck für die deutsch-französische Verständigung ein. Das nationalsozialistische Regime, dem sich Bosch gemeinsam mit seinen engsten Mitarbeitern aus ethisch-weltanschaulicher Überzeugung früh und entschieden widersetzte, machte die offene Weiterführung seiner Bemühungen zur Völkerverständigung jedoch bald unmöglich.

In den Kriegsjahren zog sich Bosch vermehrt ins Privatleben zurück, blieb aber bis zu seinem Tod am 12. März 1942 politisch und sozial aktiv.

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Gottlieb Daimler (1834-1900)

Neben der Benz und Cie. AG ist die Daimler-Motoren-Gesellschaft als Vorläufer der  heutigen Daimler AG eines der ältesten Kraftfahrzeugunternehmen der Welt. Die Entstehungsgeschichte des Automobils wurde – neben Carl Benz, Nikolaus Otto und Wilhelm Maybach – maßgeblich von Gottlieb Daimler mitbestimmt.

Gottlieb Daimler wurde am 17. März 1834 in Schorndorf im damaligen Württemberg geboren. Nach der Schule absolvierte Daimler 1952 zunächst eine Lehre als Büchsenmacher, bevor er als Arbeiter in einer Maschinenbaufirma im Elsaß tätig wurde und daraufhin das Polytechnische Lyzeum in Stuttgart besuchte. Während dieser Ausbildung unternahm Daimler verschiedene Auslandsreisen, vor allem nach Frankreich und England.

Langjährige Freundschaft und Kooperation mit Maybach

Als Gottlieb Daimler 1865 die Leitung der Maschinenfabrik eines Waisenheims in Reutlingen übertragen wurde, lernte er den ebenfalls dort arbeitenden Wilhelm Maybach kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft und produktive Kooperation verbinden sollte. 1872 nahmen sowohl Gottlieb Daimler als auch Wilhelm Maybach eine Tätigkeit in der Gasmotorenfabrik Deutz an. Inhaber Nikolaus Otto übertrug anschließend die Leitung der Werkstätte an Daimler. Zehn Jahre später kam es allerdings zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Daimler und Otto, woraufhin Daimler und Maybach die Firma verließen. Mit der gezahlten Entschädigung gründeten sie in Cannstatt eine eigene Werkstatt, in der sie den Ottomotor weiterentwickelten.

1885 gelang Daimler und Maybach die Konstruktion des „Reitwagens“, des wohl ersten Motorrads der Welt. 1890 gründete Daimler zur finanziellen Sanierung seines Betriebs die Daimler-Motoren-Gesellschaft.

Am 6. März 1900 verstarb Gottlieb Daimler in Stuttgart-Cannstatt. Die Fusion der Daimler-Motoren-Gesellschaft mit der Benz und Cie. AG zur Daimler-Benz-AG im Jahr 1926 sollte er nicht mehr erleben.

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Jakob Kienzle (1859-1935)

Die Uhr als Zeitmesser ist aus der heutigen Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Die Herstellung von Uhren jeglicher Art ist vor allem seit der Erfindung der exakten Räderuhr eine zukunftsweisende Branche. Eine der traditionsreichsten Uhrenmanufakturen in Deutschland ist die 1822 in Schwenningen gegründete Herstellung, die heute unter dem Namen Kienzle Uhren bekannt  ist.

Kienzle kam am 12. April 1859 in Schwenningen am Neckar zur Welt. Nach seinem Schulabschluss arbeitete er bereits in der Uhrenfabrik seines Pflegeonkels, absolvierte dann jedoch eine Ausbildung zum Handelskaufmann. Mit 24 Jahren heiratete Jakob Kienzle in die Familie Schlenker ein, die bereits 1822 in Schwenningen eine Uhrenmanufaktur gegründet hatte. Kienzle wurde Teilhaber der Firma, die fortan Schlenker und Kienzle hieß, und übernahm neben seinem Schwiegervater die Leitung des Betriebs.

Rasche Expansion des Betriebs

Unter der Leitung Kienzles begann die Herstellung von 14-Tage-Regulatorwerken. Einige Jahre später führte Kienzle die mechanische Produktion aus den USA ein. Die Nachfrage wuchs und das Unternehmen expandierte schnell. 1897 wurde Jakob Kienzle Alleininhaber der Firma, kurz bevor sich sein Schwiegervater wegen Krankheit aus dem Betrieb zurückzog. In den folgenden Jahren vergrößerte sich die Herstellung ständig und gründete Filialen in Mailand und Paris. Sogenannte Arbeitskontrolluhren, Küchen- und Tischuhren und schließlich auch Taschen- und Armbanduhren weiteten das Sortiment aus. 1910 wurden die ersten Autouhren hergestellt.

1919 wurde die Firma von Kienzle in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, 1922 in eine Familien-Aktiengesellschaft unter dem Namen Kienzle Uhrenfabriken Aktiengesellschaft. In den darauffolgenden Jahren übernahmen die beiden Söhne Kienzles nach und nach die Führung des Unternehmens. 1925 zog Kienzle nach Stuttgart und widmete sich den sozialen Aufgaben in der Firma.

Jakob Kienzle verstarb am 25. Februar 1935 in Zürich.

Nach seinem Tod wurde das Unternehmen fortgeführt und besteht bis heute in vielen Ländern und Städten der Welt als Kienzle AG.

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Wilhelm Maybach (1846-1929)

In der Geschichte der deutschen Automobilindustrie ist vor allem die Verbindung von vier Namen bedeutend: Nikolaus Otto, Carl Benz, Gottlieb Daimler – und Wilhelm Maybach. Als langjähriger Freund und technischer Mitarbeiter Gottlieb Daimlers machte sich Maybach einen Namen als Konstrukteur und Erfinder des späten 19. Jahrhunderts.

Am 9. Februar 1846 wurde August Wilhelm Maybach in Heilbronn geboren. Mutter und Vater starben früh, und Maybach wuchs im Reutlinger „Bruderhaus“ auf. Später sollte Gottlieb Daimler dort die Werkstättenleitung übernehmen. Im Waisenhaus beendete Maybach die Schule und absolvierte eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Im Anschluss an seine Ausbildung war er als Konstrukteur in der Werkstatt des „Bruderhauses“ tätig, wo er schließlich Gottlieb Daimler kennenlernte. Die Begegnung war der Beginn einer lebenslangen Freundschaft.

Erfolge als Automobil-Konstrukteur

Maybach folgte Gottlieb Daimler zunächst nach Karlsruhe und 1872 schließlich in die Gasmotorenfabrik Deutz AG nach Köln. Zehn Jahre später verließen sie diese gemeinsam, nachdem es zu Unstimmigkeiten zwischen Daimler und Nikolaus Otto gekommen war. Wilhelm Maybach und Gottlieb Daimler entwickelten daraufhin den von Otto konstruierten Viertaktmotor weiter.

1883 entstand der erste Daimler-Motor, 1885 folgte die Konstruktion des wohl ersten – damals „Reitwagen“ genannten – Motorrads. In den Folgejahren konstruierte Maybach sowohl den „Standuhr-Motor“, als auch den Spritzdüsenvergaser und den „Röhrchenkühler“. 1899 regte ihn der österreichische Generalkonsul Emil Jellinek dazu an, einen Rennwagen mit Vierzylindermotor zu entwickeln. Es war die Geburtsstunde des Mercedes.

Nach dem Tod Gottlieb Daimlers im Jahr 1900 verließ Wilhelm Maybach 1907 die Daimler-Motoren-Gesellschaft und nahm eine erste Verbindung mit dem Grafen Zeppelin auf. 1909 folgte die Gründung der Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH als Tochtergesellschaft der Luftschiffbau Zeppelin GmbH mit Maybachs Sohn Karl. Daraufhin wurden alle Zeppelin-Luftschiffe mit Maybach-Motoren versehen.

Im Jahr 1916 verlieh die Technische Hochschule Stuttgart Wilhelm Maybach die Ehrendoktorwürde.

Maybach verstarb am 29. Dezember 1929 im Alter von 83 Jahren in Stuttgart.

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Ferdinand Porsche (1875-1951)

Die Geschichte des heutigen Volkswagens beginnt mit Ferdinand Porsche. Dessen Konstruktion des „Kraft-durch-Freude“-Wagens im Jahr 1938 legte den Grundstein für eine Produktion, die heute weltweit bekannt ist. Bei der Konstruktion hatte sich Porsche an Entwürfen Béla Barényis inspiriert.

Ferdinand Porsche kam am 3. September 1875 im heute tschechischen Maffersdorf in Nordböhmen zur Welt. Nach der Schule absolvierte Porsche eine Ausbildung zum Spengler und Elektriker und stieg schließlich in der Elektrofirma Bela Egger & Co. ins Berufsleben ein, wo er schnell sein Geschick unter Beweis stellen konnte.

1898 wechselte Porsche zur Hofwagenfabrik Jakob Lohner & Co. Nach einem Jahr entwickelte er dort das Lohner-Porsche-Elektromobil, das auf der Pariser Weltausstellung präsentiert wurde. 1906 begann Ferdinand Porsche seine Arbeit bei Austro-Daimler. 1917 wurde er zum Technischen Direktor der Daimler Motoren KG berufen, ab 1923 war er Generaldirektor und Vorstandsmitglied. Unter seiner Leitung entstand hier unter anderem der erste Kompressormotor. 1931 konnte Porsche schließlich ein eigenes Konstruktionsbüro in Stuttgart eröffnen, wo er die neuartige Drehstabfederung entwickelte.

Förderung durch die Nationalsozialisten

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten profitierte Porsche von der Förderung durch die „Deutsche Arbeitsfront“ und entwickelte den „Kraft-durch-Freude“-Wagen, den späteren Volkswagen. Die Konstruktion dieses Wagens stützte sich nach neueren Erkenntnissen in Teilen auf Entwürfe des Nachwuchskonstrukteurs Béla Barényi.
Die Kooperation Porsches mit den Nationalsozialisten ist durchaus skeptisch zu beurteilen. Das Porsche-Unternehmen war eines der ersten, die KZ-Häftlinge in ihrer Produktion anstellten. 1938 wurde Porsche von Hitler mit dem deutschen Nationalpreis ausgezeichnet, 1940 wurde er zum Honorarprofessor ernannt. Der Unternehmer war nach Beginn des Krieges auch an der Entwicklung mehrerer Panzermodelle beteiligt, unter anderem „Tiger“ und „Maus“.

Zum Kriegsende wurde Porsche von den Alliierten verhaftet und musste 22 Monate in Gefangenschaft verbringen, bevor er als „nicht belastet“ eingestuft wurde, da er keine Ämter in der NSDAP innegehabt hatte. Auch sein Sohn Ferry war mit ihm inhaftiert worden, kam allerdings bereits früher frei und setzte die Entwicklung neuer Porsche-Modelle fort.

Der 75-jährige Ferdinand Porsche starb am 30. Januar 1951 in Stuttgart.

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Margarete Steiff (1847-1909)

Die Steiff-Tiere mit dem „Knopf im Ohr“ sind heute eine weltbekannte Qualitätsmarke. Auch der Teddybär, der seinen Namen von Theodor „Teddy“ Roosevelt haben soll, entstammt ursprünglich dem Hause Steiff.

Am 24. Juli 1847 kam Apollonia Margarete Steiff in Giengen an der Brenz als Tochter eines Bauwerksmeisters zur Welt. Mit 18 Monaten erkrankte sie an Kinderlähmung, von der sie sich nie erholen sollte. Somit war sie Zeit ihres Lebens an den Rollstuhl gebunden, mehrere Versuche zur Heilung der Krankheit verliefen erfolglos. Dennoch entwickelte sich Margarete Steiff zu einem willensstarken Mädchen. So setzte sie durch, trotz ihrer Lähmung die Schule besuchen zu dürfen. Nach dem Schulabschluss absolvierte sie eine Schneiderinnenlehre und arbeitete gemeinsam mit ihren Schwestern in einer Damenschneiderei, die sie nach einiger Zeit alleine weiter führte.

Produktion der ersten Stofftiere

1877 eröffnete Steiff ein Filzkonfektionsgeschäft, dessen Ware guten Absatz fand, so dass sie bald die ersten Mitarbeiter einstellen konnte. Zwei Jahre später entwarf sie anhand eines Schnittmusters aus einer Modezeitschrift kleine Stofftiere, die sie an ihre Nichten und Neffen verschenkte. Die Nachfrage auch aus anderen Familien stieg und nach einiger Zeit produzierte die Werkstatt auch weitere Tiere wie Pferde, Affen oder Schweine.

Zunächst wurde ein Großteil der Ware in Heimarbeit angefertigt, die große Nachfrage verlangte allerdings eine Expansion der Geschäftsräume. 1893 wurde ihr Geschäft als Margarete Steiff, Filzspielwarenfabrik Giengen/Brenz ins Handelsregister eingetragen.

Auf die Idee ihres Neffen Richard hin präsentierte das Steiff-Unternehmen auf der Leipziger Spielwarenmesse 1903 den ersten Stoffbären. Margarete Steiff stand dem Erfolgswert des Bären skeptisch gegenüber, im letzten Moment kaufte ein Amerikaner jedoch die gesamte Kollektion auf. Der Siegeszug des „Teddybären“ in Amerika begann.

Fortan expandierte das Familienunternehmen zu einem weltweit bekannten Konzern. Um die Produktion gegen die Konkurrenz zu sichern, entwarf Franz Steiff 1904 die Idee des „Knopfs im Ohr“ als Markenzeichen der Steiff-Waren. Im selben Jahr erhielt Margarete Steiff den Grand Prix für ihr Lebenswerk.

Bis 1907 stieg die Produktion des Unternehmens auf 1.700.000 Stofftiere an und beschäftigte 400 Mitarbeiter vor Ort und 1800 Heimarbeiterinnen.

Margarete Steiff verstarb am 9. Mai 1909 unerwartet an den Folgen einer Lungenentzündung in Giengen an der Brenz.

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Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917)

Der "Zeppelin" ist inzwischen das geflügelte Wort für die Anfang des 20. Jahrhunderts von Ferdinand Graf von Zeppelin erfundenen starren Luftschiffe. Die große Popularität, die sich Graf Zeppelin für seine Erfindung erhoffte, blieb jedoch aus.

Ferdinand Adolf August Heinrich, Graf von Zeppelin kam am 8. Juli 1838 in Konstanz am Bodensee zur Welt. Nach der Schule studierte er am Stuttgarter Polytechnikum, zwei Jahre später trat er als Kadett in die Kriegsschule Ludwigsburg ein. Seine Offizierslaufbahn in der württembergischen Armee pausierte er 1858 für sein Studium der Staatswissenschaft, des Maschinenbaus und der Chemie in Tübingen.

Aufgrund seiner Einberufung zum Ingenieurkorps 1859 musste Graf von Zeppelin sein Studium unterbrechen. 1863 nahm er als Beobachter am amerikanischen Bürgerkrieg teil. Im Deutsch-Französischen Krieg machte er sich durch seine gewagten Erkundungen hinter feindlichen Linien einen Namen. Nach dem Krieg diente er bei mehreren Regimenten, unter anderem in Ulm und Stuttgart.

Einstieg in den Luftschiffbau

Bereits früh hatte sich Zeppelin für den Luftschiffbau interessiert. Nach seinem Austritt aus der Armee beschäftigte er sich intensiver mit ersten Konstruktionsplänen für ein starres Luftschiff. Das Militär entschied sich zunächst gegen finanzielle Hilfe, und Zeppelin musste große Teile des Baus aus eigenen Mitteln finanzieren. Auch nach dem ersten erfolgreichen Flug des „LZ-1“ war von Zeppelin weiterhin auf eigene finanzielle Mittel angewiesen. Erst 1908 kaufte die Militärverwaltung das dritte Luftschiff Zeppelins.

Nach der Zerstörung des LZ-4 durch einen Sturm und eine Gasexplosion musste Zeppelin eine Spendensammlung starten, um seine weiteren Pläne zu finanzieren. 1909 gründete er die Luftschiffbau-Zeppelin GmbH, 1913 die Zeppelin-Wohlfahrt GmbH.

1914 transportierte die Deutsche Luftschifffahrts AG (Delag) insgesamt über 34.000 Personen in Luftschiffen. Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs zeigte auch das Militär verstärktes Interesse an den Zeppelinen. Die Erwartungen an deren Effektivität wurden jedoch nicht erfüllt.

1917 starb Graf Ferdinand von Zeppelin am 8. März in Berlin.

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