Landeskunde Baden-Württemberg

 

"Die alte Heimat"

Im Rahmen des dritten Tags der Donauschwaben, der vom 5.  bis  10.  August  1958  wieder  in  Ulm  stattfand  und  mit 40 000  Teilnehmern  der  am  besten  besuchte  Donauschwabentag war, wurde das aus einem Wettbewerb als Sieger hervorgegangene  Denkmal  des  Bildhauers  Erich  Koch  eingeweiht. Der Oberbürgermeister sprach dieses Mal bereits von „seinen Donauschwaben“ und von Ulm als dem zum Mittelpunkt bestimmten Ort „für die von ihrer Wahlheimat durch ein grausames Schicksal vertriebenen Donauschwaben – die Stadt, von der aus vor 200 Jahren ihre Vorfahren in den Südosten  Europas  gezogen  sind“.  Der  Festakt  mit  kirchlicher Weihe des Denkmals fand am 9. August statt.

In der in den Sockel des Denkmals gelegten Urkunde heißt es: „Von dieser Stelle aus zogen vor zweihundert Jahren […] tausende Bauern die Donau hinab nach Wien und von dort in die durch die  Türkenkriege  verödeten  Ebenen  zum  unteren  Donaulauf, um hier ein Werk der Kolonisation zu schaffen.“ Zudem wird auf die Vertreibung der Donauschwaben verwiesen, in deren Folge sie „in die alte Heimat“ zurückgekehrt seien. Im Anschluss an den Festakt folgte eine „rekonstruierte Ahnen- Fahrt auf sog. ‚Schwabenplätten‘“ und die „Übergabe eines Lorbeerkranzes den Fluten der Donau“. Mit dem Ablauf und dem Inhalt dieser Feier wurde das Muster geschaffen, dem bis in die Gegenwart gefolgt wird. Seit 1962 heißt das Ufer vor dem Denkmal offiziell „Donauschwabenufer“.