Landeskunde Baden-Württemberg

 

Luftfahrt

Für den Standort Baden-Württemberg hat der Flugverkehr in den vergangenen Jahren aus mehreren Gründen an Bedeutung zugenommen. Private Reisen, Geschäftsreisen, aber auch der Umschlag von Gütern sind für die Industrie des Bundeslandes entscheidend.

Der Flugverkehr verteilt sich in Baden-Württemberg auf drei Flughäfen. Der größte ist dabei der Internationale Verkehrsflughafen Stuttgart, der durch die Regionalflughäfen Karlsruhe/Baden-Baden und Friedrichshafen entlastet wird. Diese wurden saniert und erweitert, weshalb sie sich inzwischen zu den größten deutschen Regionalflughäfen entwickelt haben. Zudem verfügt Baden-Württemberg über 18 Verkehrslandeplätze für den regionalen Taxi-, Geschäfts und Werksluftverkehr.

Der Flughafen Stuttgart

Der Flughafen Stuttgart versammelt rund 55 Airlines unter einem Dach und weist mit 400 Starts und Landungen pro Tag einen regen Verkehr auf. Entscheidend ist dabei weniger der Aspekt Luftfracht, als eine stetig wachsende Zahl an Fluggästen. Mit mehr als 10,5 Millionen Passagieren im Jahr 2015 erreichte der Flughafen Stuttgart einen Höchststand (zum Vergleich: Über den Flughafen Frankfurt sind 2015 etwa 61 Millionen Fluggäste gereist). Obwohl die Terminals insgesamt nur für etwa 12 Millionen Fluggäste im Jahr ausgelegt sind und der Flughafen nur über eine Start- und Landebahn verfügt, wurden Überlegungen zum weiteren Ausbau zunächst eingestellt. Dies wurde bereits unter Ministerpräsident Oettinger im Jahr 2008 mit mangelnder Dringlichkeit begründet, zudem hatten Proteste gegen eine Erweiterung stattgefunden. Zuletzt wurde die Start- und Landebahn im Jahr 1996 auf 3.345 Meter verlängert, weshalb seitdem sämtliche Großraumflugzeuge in Stuttgart starten und landen können. Gesellschafter der Flughafen Stuttgart GmbH ist mit 65 Prozent das Land und mit 35 Prozent die Stadt Stuttgart.

Im Zuge des Bauprojekts Stuttgart 21 soll auch der Flughafen Stuttgart an den Fern- und Regionalbahnverkehr angeschlossen werden. Die unterirdische Station „Filderbahnhof Stuttgart“ soll den Verkehr nach und aus Tübingen und Ulm aufnehmen.

Lärmschutz

In Baden-Württemberg gibt es seit 2007 ein Gesetz zum Schutz vor Fluglärm. Dieses war Grundlage für die Landesregierung, im Jahr 2010 Lärmschutzbereiche um die drei großen Flughäfen auszuweisen. Unterschieden werden Tag- und Nacht-Schutzzonen. Nachtflugbeschränkungen gibt es aber etwa in Stuttgart schon deutlich länger. Seit 1973 dürfen zivile Flugzeuge dort nur in der Zeit zwischen 6 und 23 Uhr starten und zwischen 6 Uhr und 23:30 Uhr landen.

Inzwischen hat sich die Technik so verbessert, dass moderne Flugzeuge bereits deutlich leiser sind als ältere Modelle. So verkehren in den Flughäfen von Baden-Württemberg fast nur noch Kapitel 3-Flugzeuge und lärmreduzierte Kapitel 4-Flugzeuge. Obwohl der Flugverkehr in den vergangenen 20 Jahren insgesamt zugenommen hat, ist Lärm der Flugzeuge an den Verkehrsflughäfen in derselben Zeit um rund 10 dB (A) leiser geworden. Wie dieses Ergebnis noch weiter verbessert werden kann, erforscht derzeit der Forschungsverbund Leiser Verkehr.


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